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... kam am 4. Mai 1860 in Wien zur Welt. Als echtes Kind der Donaumonarchie mischte sich in ihm das Blut slavischer, ungarischer und byzantinischer Vorfahren. Die Verschmelzung verschiedener nationaler Strömungen kennzeichnet auch die Musik Rezniceks: Böhmisches Musikantentum vereint sich in ihr mit deutscher Tradition und gelegentlich auch mit fremdartigen Einflüssen, so einem Hang zu kräftiger Selbstironie.

Rezniceks Komponistenlaufbahn :
Studium bei Mayer-Remy in Graz, und später am Konservatorium in Leibzig bei Reinecke und Jadasson. Bohemèjahre von 1884-1895. Hofkapellmeister in Mannheim und Warschau, dann Erster Kapellmeister an der Komischen Oper in Berlin. Den ersten großen Bühnenerfolg brachte die Aufführung der Oper "Donna Diana" 1894 in Prag. Rezniceks Hauptwerke wurden von Arthur Nikisch (D-Dur-Symphonie, F-Moll-Symphonie), Felix Weingartner (Tanzsymphonie), Gustav Mahler ("Donna Diana"), Leo Blech ("Spiel oder Ernst", "Blaubart", "Holofernes") aufgeführt.
Wilhem Furtwängler und Erich Kleiber, Bruno Walter und Carl Schuricht, Felix Mottl und Clements Kraus gehörten zu den bedeutendsten Interpreten seiner Musik.

Freilich mußte Reznicek immer um Anerkennung seines Schaffens ringen; nicht allen seinen Werken war die gleiche Durchschlagskraft beschieden, wie der Oper "Donna Diana", deren Ouverture noch heute, auch außerhalb Europas, eine der meistgespielten Konzertouverturen ist, und der Oper "Spiel oder Ernst", die eine besonders große Zahl von Bühnen eroberte.

Die letzten Lebensjahre des Komponisten waren vom politischen Geschehen und vom Zusammenbruch Deutschlands im Zweiten Weltkrieg überschattet. Dennoch förderte er, bis zum Ausbruch seiner tödlichen Krankheit, seine jungen Komponistenkollegen in seiner Funktion als deutscher Delegierter im "Ständigen Rat für die internationale Zusammenarbeit der Komponisten", auf welchen Posten ihn sein eifrigster Förderer Richard Strauss berufen hatte. Die Integrität mit der er diese Position in den Wirren der Zeit erfüllte, spiegelt sich wieder im Nachruf, den ihm Erwin Kroll schrieb: "Ein Mann, der in einer Zeit, wo so mancher strauchelte, nie gestrauchelt ist".

Reznicek starb am 2. August 1945  85-jährig in Berlin, wo er auch begraben ist.

Nach mehr als 60 Jahren wurde die Oper "Donna Diana" am 18. Mai. 2003 am Opernhaus in Kiel wieder aufgeführt. Unter der musikalischen Leitung von Ulrich Windfuhr erlebte ich mit meiner Familie einen unvergesslichen Opernabend. Einige Bilder davon sind weiter unten zu sehen.







   Hörprobe "Donna Diana" Ouverture   
(Berliner Philharmoniker - Leonand Bernstein)


   Hörprobe "Eine Lustspielouverture"   
dirigiert von E.N.v.Reznicek !

(Schellackaufnahme um 1905)
Diese Aufnahme wurde mir freundlicherweise von der
Österreichischen Mediathek zur Verfügung gestellt.



Ein Brief von Gustav Mahler


Programmzettel "Donna Diana" 1940


Der etwas modernere Programmzettel "Donna Diana" 2003


E.N.v.R - Profilansicht


Reznicek's Wohnhaus in Berlin, Knesebeckstrasse


Gedenktafel am Wohnhaus in Berlin


Die Oper in Kiel


Programmtafel vor der Oper


In der Pause


Gordon Wright
Durch seine grosszügige Spende wurde
die Aufnahme einer CD von der Opernaufführung ermöglicht



Roman Sadnik - Darsteller des Don Cesar



 

KOMPLETTES WERKEVERZEICHNIS:

BÜHNENWERKE:



DONNA DIANA (1894, Neufassung 1933)
Heitere Oper in 3 Akten, Text von Julius Knapp

TILL EULENSPIEGEL (1900)
Volksoper in 2 Akten frei nach Johann Fischarts "Eulenspiegel! Reimenweiss"

RITTER BLAUBART (1918)
Märchenstück in 3 Aufzügen von Herbert Eulenberg

HOLOFERNES (1922)
Oper in 2 Akten frei nach Hebbel

SPIEL ODER ERNST (1930)
Komische Oper in 1 Akt von Paul Knudsen

GONDOLORE DES DOGEN (1931)
Oper in 1 Akt von Paul Knudsen

DAS GOLDENE KALB (1935)
Ballett in 4 Bildern von Viggo Cavling




ORCHESTERWERKE:


EINE LUSTSPIELOUVERTURE (1895)

SYMPHONISCHE SUITE D-DUR (1895)

SYMPHONIE D-DUR (1904)

TRAUMSPIEL SUITE (1917)

SYMPHONIE D-DUR in altem Stil (1918)

SYMPHONIE f-moll (1919)

THEMA UND VARIATIONEN (1922)
nach dem Gedicht "Tragische Geschichte" von A.v.Chamisso

SERENADE G-DUR (1925)

TANZSYMPHONIE (1925)

SYMPHONISCHE VARIATIONEN über das KOL NIDREI (1927)

RASKOLNIKOFF OUVERTURE (Schuld und Sühne) (1931)

SUITE IM ALTEN STIL (1935)

GOLDPIROL OUVERTURE (1936)

NACHTSTÜCK (1892)

VIOLINKONZERT e-moll (1922)




CHORWERKE:


DER SIEGER (1913)

IN MEMORIAM (1916)

VATER UNSER (1919)

SIEBEN DEUTSCHE VOLKSLIEDER aus dem 16. und 17. Jhd (1924)

DER STEINERNE PSALM (1929)




GESANG UND ORCHESTER:


DREI DEUTSCHE VOLKSLIEDER AUS "DES KNABEN WUNDERHORN" (1904)

SCHLEMIEHL (1912)

VIER BET- UND BUSSGESÄNGE (1913)




GESANG UND KLAVIER:


DREI GESÄNGE EINES VAGABUNDEN (M. Drescher) (1904)

DREI GEDICHTE (M. Drescher) (1904)

DREI GEDICHTE (K. Henckell) (1905)

DREI LIEDER (O. J. Bierbaum, K. Forrer, K. Henckell) (1905)

DREI LIEDER (E. Mörike, Fr. v. Eichendorff) (1921)

ZWEI BALLADEN (Fr. Motte-Foque, G. v. Kries) (1921)

DIE SCHIFFBRÜCHIGEN (M. Drescher) (1921)

SCHELMISCHE ABWEHR (K. Henckell) (1922)

WÄCHTERLIED (nach einer Volksmelodie aus dem 16. Jhd) (1939)

SIEBEN LIEDER (F. K. Ginzkey, D. v. Lilienkron, K.Höcker) (1939)




KAMMERMUSIK:


STREICHQUARTET cis-moll (1921)

STREICHQUARTET d-moll (1922)

STREICHQUARTET B-Dur (1932)




KLAVIER UND ORGEL:


2 PHANTASIESTÜCKE für Klavier (1896)

PHANTASIE FÜR ORGEL (1930)

LIEBESERKLÄRUNG (1943)